Türöffnung mit Todesfall

Letzte Aktualisierung
15:33:02 23.02.2010
(Andreas Ripper, BSB)


Am 11. Februar wurde gegen 12.30 unsere Feuerwehr per stillen Alarm in die Albert Schweizer Gasse gerufen.
Bereits nach wenigen Minuten konnte unser Vorausfahrzeug mit drei Mann Besatzung zum Notfallort ausrücken. Dort angekommen wurde kurz mit der Polizei, welche auch die Alarmierung veranlasste, Rücksprache über die Notwendigkeit und der Möglichkeit der Türöffnung gehalten. Einer aufmerksamen Nachbarin ist aufgefallen, dass der dort allein lebende Mann seit zwei Tagen nicht mehr aus dem Haus gegangen war und vermutete einen medizinischen Notfall. 

Die anwesenden First Responder kontaktierten die Rettungsleitstelle, ob der Betroffene nicht zuvor in ein Krankenhaus gefahren wurde. Da dies nicht der Fall war, entschlossen wir uns zur Öffnung der Haustüre. Was anfangs als leichter Einsatz geklungen hat, behauptete sich anschließend als regelrechte Herausforderung. Der Erbauer von Fort Knox hätte seine Freude mit diesem Haus gehabt. Als erstes mussten wir uns gewaltsam Eintritt über das Gartentor zur Eingangstüre beschaffen. 

Dort standen wir vor dem Problem, dass sich zwei hintereinander liegende Eingangstüren aus sehr stabilen Eisen und Holz mit zusätzlichen Eisenriegeln und Panzerschlössern vor uns auftaten. Da diese Sicherungsmaßnahme genau das verhindern sollen, was wir vorhatten, suchten wir eine andere Möglichkeit. Wir entschlossen uns, einen Zugang über ein Fenster vorzunehmen. Allerdings mussten wir erst ein ziemlich massives Rollo aufhebeln, um die dahinter liegende Fensterscheibe einschlagen zu können. Nachdem dieser Zugang erfolgt ist, konnte der Einsatzleiter die Türen von innen aufsperren und den eintreffenden Feuerwehrarzt Dr. Cserko ins Innere des Hauses lassen. 

Leider fanden wir hinter einer Türe den Leichnam des Hausbesitzers, welcher auf Grund innerer Blutungen vermutlich bereits in den Nachtstunden zu Tode kam.
Wir sprechen im Namen unserer Einsatzkräfte den Hinterbliebenen unser Beileid aus.

Wir sind natürlich immer bemüht, Zerstörungen bei Türöffnungen so gering wie nur möglich zu halten und denken auch an die Wiederherstellung der Schlösser und Scheiben. Auch hier war die einzige aber auch günstigste Lösung die Zerstörung der Scheibe, welche aber durch die Jalousie nachträglich wieder gut geschützt war.

Gegen 13.45 konnte dieser Einsatz beendet werden.
 
Anwesende Kräfte:
Voraus Strasshof mit 3 Mann
1 Ersatzmann im Feuerwehrhaus
Feuerwehrarzt Dr. Cserko Johann
Feuerwehrärztin Dr. Schmidt Sonja
1 First Responder der Gruppe Strasshof
Polizeistreife des Postens Deutsch Wagram

Bericht: Andreas Ripper



Veröffentlicht am: 08:43:24 12.02.2010